Jun 24

In Mecklenburg ist auch schon heut… Ich kann mich noch genau an einen kleinen Zettel erinnern, der an der Tür meiner damaligen Stammkneipe „Hopfenburg“ hing. Auf dem Zettelchen stand handschriftlich ein Hinweis auf das 1.Friedensgebet am 11.10.89 in der Johanniskirche. Und ich ging hin!
So einfach war das mit dem Hingehen jedoch nicht. Nein, von außen war niemand zu sehen, der den Eintritt in die Kirche verwehrt hätte. Vielmehr kamen die Zweifel und durchaus handfesten Ängste mehr aus dem eigenen Inneren. Die Informationen zu den Ereignissen in Leipzig und Berlin waren sehr dürftig und kamen ausschließlich aus dem „Westfernsehen”. Ich hatte von massiven Verhaftungen und prügelnden Polizisten in Berlin gehört. Davon wurde mir nicht gerade besser, hatte ich mich doch gerade vor einem Jahr mit einem kleinen Metallbaubetrieb (damals nannte man ihn einfach Schlosserei) selbstständig gemacht. Das war ein hartes Stück Arbeit.
Allein die Suche nach geeigneten Räumen war eine enorm hohe Hürde. Alle zu findenden, ungenutzten Räume stellten sich dann doch irgendwie als belegt heraus. Da gab es dann mächtig Ärger, als ich herausfand, dass nur die privaten Wohnwagen und Boote der Führungsriege des damaligen DLK (Dienstleistungskombinat) in einer für meine Zwecke geeigneten „Halle” abgestellt waren. Ich ließ nicht locker und bekam mit Hilfe eines Stadtrats die Räumlichkeiten.
Da kam mir schon der Gedanke: „Mensch! Da hast du wie ein Löwe gekämpft, um endlich selbstständig zu sein und nun setzt du hier alles aus Spiel und sitzt morgen vielleicht schon in Bautzen“.
Spätestens mit dem Eintritt in die Kirche waren alle diese Gedanken verflogen. Ich war ja auch eigentlich zu Hause, denn diese Kirche war ja die Kirche meiner Kirchgemeinde. Ich hatte mein Bekenntnis zum Christentum niemals geleugnet, war aber auch kein besonders eifriger Kirchgänger. Aber nun war ich da und mit mir noch etwa 250 Menschen und darunter auch einige, die ich kannte, Gott sei Dank. Schon bei diesem ersten Friedensgebet fühlte ich, dass die Gruppe gleich gesinnter Kraft und vor allem Sicherheit gab. Später bei den machtvollen Demonstrationen mit mehr als zehntausend Menschen sollte sich dieses Gefühl noch verstärken…

Jun 24

Buchtitel Cover

DONNERSTAG, 08.10.2009 UM 19.30 UHR

Vortrag von Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, wissenschaftlicher Mitarbeiter der BStU
Nur wenige welthistorische Ereignisse geschahen so unerwartet wie der Mauerfall vor 20 Jahren. Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk schildert in seinem soeben erschienenem Buch, warum und wie es 1989 zur Revolution in der DDR kam und welche Entwicklungen die Zeit zwischen dem Sommer 1989 und den freien Wahlen vom 18. März 1990 prägten.

Lebendig und anschaulich zeigt der Autor, wie 1989 eine revolutionäre Situation heranreifte, die gleichermaßen von Zusammenbruch, Massenflucht, neuen Bürgerbewegungen und Massendemonstrationen gekennzeichnet war – ein beeindruckendes Panorama der untergehenden DDR und eine packende Geschichte der Revolution.

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Jun 24

BUSt02. SEPTEMBER – 31. DEZEMBER 2009, NEUBRANDENBURG
20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit
Plakatausstellung der Bundesstifung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Gemeinnützigen Herti-Stiftung

Öffnungszeiten:
montags bis freitags: 8.00 – 18.00 Uhr
Dauer:
02.09. – 31.12.2009

Ort:
Außenstelle Neubrandenburg
Neustrelitzer Straße 120
17033 Neubrandenburg

Veranstalter:
Außenstelle Neubrandenburg
Neustrelitzer Straße 120
17033 Neubrandenburg
Telefon: 0395 77 74 – 0
Fax: 0395 77 74 – 16 19
E-Mail: astneubrandenburg@bstu.bund.de

Jun 24

Am 9.7.2009 um 16:30 Uhr treffen sich die Initiatoren an der Aussenstelle der Stasiunterlagenbehörde, um gemeinsam mit dem Behördenleiter, Herr Holm-Henning Freier einen Rundgang auf dem Erinnerungspfad und in der Behörde zu unternehmen. Interessenten sind hierzu herzlich eingeladen.

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Jun 17

Ostblog

Heute habe ich einen interessanten Beitrag zum Thema Wende im Ostblog des Nordkurier gefunden. Es macht einen als Neubrandenburger schon betroffen, wenn sich, die hierin verbreitete Meldung bewahrheiten sollte.
http://ostblog.blog.de/2009/06/16/erinnern-erwuenscht-6319287/

Jun 16

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Jun 16

Neues Forum Neubrandenburg

Jun 15

Hans Jürgen Schulz fotografierte am 3.12.1989 die Menschenkette auf Höhe der Bezirksdienststelle der Staatssicherheit.

3.12.89-Menschenkette

3.12.89-Menschenkette

Jun 15

6. und 7.10.1989

Erste Aktion des Friedenskreises, als “Licht der Hoffnung” brennende Kerzen in die Fenster gestellt.

11.10.1989

Erstes Friedensgebet in der Johanniskirche mit 350 Teinehmern.

17.10.1989

Gesprächsabend zur Eisenacher Synode mit ersten Informationen zum NEUEN FORUM.

18.10.1989

Zweites Friedensgebet und  Schweigemarsch zur katholischen Kirche mit 5.000 Teilnehmern. (Honecker bittet um Entbindung von seinen Funktionen)

24.10.1989

Gründungsversammlung des NEUEN FORUM in den Gemeinderäumen der Johannisgemeinde in der Großen Wollweberstraße.

25.10.1989

Drittes Friedensgebet und anschließende Demonstration von 30 -40.000 Teilnehmern um den Ring zum Karl-Marx-Platz. Am offenen Mikrofon droht der SED Bezirkschef Chemnitzer “… wir können auch anders”.

26.10.1989

Gespräch des 1. Sekretärs der SED Bezirksleitung Chemnitzer mit Vertretern opositioneller Gruppen.

31.10.1989

Gesprächsabend des NEUEN FORUM mit dem stellvertretenden Oberbürgermeister Schiemann in der Johanniskirche.

1.11.1989

Viertes Friedensgebet und anschließendem Demonstrationszug durch die Innenstadt mit ca. 30.000 Teilnehmern. Oberbürgermeister Hahn gibt unter Buhrufen, den Kauf einer Satellitenempfangsanlage für das Neubrandenburger Kabelfernsehnetz bekannt.

2.11.1989

Es findet ein unabhängiges Handwerkerforum statt.

8.11.1989

Fünftes Friedensgebet und anschließende Demonstration zum Karl-Marx-Platz mit über 20.000 Teilnehmern.

9.11.1989

Tag der Maueröffnung

13.11.1989

Sechstes Friedensgebet ohne Demonstration und mit wenigen Teilnehmern (Nachwirkung der Maueröffnung)

16.11.1989

Gespräch mit oppositionellen Gruppen beim “Rat der Stadt”

20.11.1989

Siebentes Friedensgebet und Dialogabend des NEUEN FORUM in vollbesetzter Stadthalle.

22.11.1989

Konstituierung der “Runden Tische”.

27.11.1989

Achtes Friedensgebet und anschließender Demonstration von 700 Teilnehmern zum Stargarder Tor. (28.11.1989 Helmut Kohl gibt sein 10 Punkte Programm bekannt)

1.12.1989

Gesprächsrunde bei der “Freien Erde” (heute Nordkurier) mit dem Ergebnis, dass die Forderung nach einer eigenen Seite für die Bürgerbewegung abgelehnt wird. (1.12.1989 Der Führungsanspruch der SED wird aus der Verfassung der DDR gestrichen)

3.12.1989

Bei der Aktion ”Sühnezeichen” des NEUEN FORUM wird eine Menschenkette quer durch die DDR gebildet.

4.12.1989

Neuntes Friedensgebet und anschließende Demonstration von rund 15.000 Teilnehmern zur “Freien Erde” (heute XXL Markt in der Woldegker Straße) mit der Forderung nach Pressefreiheit.

5.12.1989

Besetzung der Dienststellen der Staatssicherheit auf dem Lindenberg und in der Rosenstraße.

Jun 08

Demonstration 1989

Demonstration 1989


Zwanzig Jahre ist es her, als auch in Neubrandenburg Bürger begannen, sich zu organisieren um ihren Unmut über die Realität des DDR-Sozialismus zu bekunden. Oftmals passierte dies in kleinen Gruppen im Freundes- oder Kollegenkreis, in Familien und kirchlichen Gruppen. Die marode Wirtschaftslage war überall zu spüren. Immer mehr Waren und Dienstleistungen waren nur noch, “mit Beziehungen” zu bekommen. Menschen, die angesichts eines immer tristeren Alltags und ständig anwachsender politischer Gängelei die DDR- verlassen wollten, wurde das Leben zur Hölle gemacht. Nicht einmal vor massiven Wahlbetrug im Mai 1989 schreckten die sogenannten Staatsorgane zurück. Spätestens nach den Kommunalwahlen 1989 wurde es sehr vielen Menschen immer klarer, mit einer Öffnung und Demokratisierung der DDR war nicht zu rechnen. Selbst in der Sowjetunion ging es freimütiger zu. Wohl die wenigsten verstanden Repressionen, wie das Verbot der beliebten sowjetischen Zeitschrift Sputnik oder die Beschränkung der sowieso engen Reisemöglichkeiten in die sozialistischen Nachbarländer.
So hat wohl jeder seine Geschichte aus dem Jahr 1989 zu erzählen. Dieses BLOG will hierzu Anregung geben und einladen, sich Gedanken zu machen über, das was damals war und wie es heute geworden ist und was wir unseren nachfolgenden Generationen als Augenzeugen hinterlassen wollen.