Jul 08

Aus der Geheimen Verschlusssache (MfS 008 -100/76) zu Formen, Mitteln und Methoden der Zersetzung (Seite 47 und 48).

„Zersetzungsmaßnahmen können sich sowohl gegen Gruppen, Gruppierungen und Organisationen als auch gegen einzelne Personen richten und als relativ selbständige Art des Abschlusses Operativer Vorgänge oder im Zusammenhang mit anderen Abschlußarten angewandt werden. …

… Bewähret anzuwendende Formen der Zersetzung sind:

systematische Diskreditierung des öffentlichen Rufes, des Ansehens und des Prestiges auf Grundlage miteinander verbundener wahrer, überprüfbarer und diskreditierender sowie unwahrer, glaubhafter, nicht widerlegbarer und damit ebenfalls diskreditierender Angaben;

systematische Organisierung beruflicher und gesellschaftlicher Mißerfolge zur Untergrabung des Selbstvertrauens einzelner Personen;

zielstrebige Untergrabung von Überzeugungen im Zusammenhang mit bestimmten Idealen, Vorbildern usw. und die Erzeugung von Zweifeln an der persönlichen Perspektive;

Erzeugung von Mißtrauen und gegenseitige Verdächtigungen innerhalb von Gruppen, Gruppierungen und Organisationen;

Erzeugung bzw. Ausnutzung und Verstärken von Rivalitäten innerhalb von Gruppen, Gruppierungen und Organisationen durch zielgerichtete Ausnutzung persönlicher Schwächen einzelner Mitglieder;

Beschäftigung von Gruppen, Gruppierungen und Organisationen mit ihren internen Problemen mit dem Ziel der Einschränkung ihrer feindlich-negativen Handlungen;

örtliches und zeitliches Unterbinden bzw. Einschränken der gegenseitigen Beziehungen der Mitglieder einer Gruppe, Gruppierung oder Organisation auf der Grundlage geltender gesetzlicher Bestimmungen, z.B. durch Arbeitsplatzbindung, Zuweisung örtlich entfernt liegender Arbeitsplätze usw.

…“

Jul 08
Foto: Hans-Jürgen Schulz

Foto: Hans-Jürgen Schulz

Wer kennt noch die Geschichte, die zu diesem Plakat führte?

Jul 07
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Foto: Hans-Jürgen Schulz

Demonstrationszug vom 25.10.1989 auf Höhe der Treptower Straße. Es wäre schön, wenn sich Menschen bei uns melden würden, die sich auf dem Foto erkenne. Uns interessiert ihre Geschichte. Was haben sie damals für Hoffnungen, Wünschen und Begehrlichkeiten gehabt? Wohin hat sie das Schicksal verschlagen? Wie sehen sie sich heute, fast 20 Jahre nach diesem Datum?

Jul 03

Friedliche Revolution im Bezirk Neubrandenburg

“Mehr Tempo für eine stabile Versorgung mit Waren aus dem Bezirk.” So titelt die Neubrandenburger Bezirkszeitung “Freie Erde” am 19. Mai 1989. Und am 19. Juli vermeldet sie: “150.000 Hosen und 10.000 Sakkos über dem Plan. Worüber man in den Altentreptower Schneiderstuben in diesen Tagen diskutiert.”

Liest man das offizielle Parteiorgan, dann ist in der DDR im Jahr 1989 alles in bester Ordnung – auch im Bezirk Neubrandenburg. Dass es schon überall brodelt, das dürfen die Journalisten nicht schreiben. In Wirklichkeit ist nichts mehr in Ordnung, auch nicht im Bezirk Neubrandenburg.

An das politische Ende wagt vorerst noch niemand zu denken. Die Partei scheint sich ihrer Sache sicher zu sein. Gerade erst wollte sie sich die Zustimmung durch das Volk bei den Kommunalwahlen am 7. Mai bestätigen lassen. Doch die Abstimmung hat nicht das gewünschte Ergebnis gebracht.

“Es gab Ärger”, erzählt Burkhard Räuber. “Ich selbst war damals auch bei den Wahlen und habe den Zettel einfach durchgestrichen. Und im Endeffekt glaube ich schon, dass der Unmut groß war. Aber hier ist deswegen keiner auf die Straße gegangen und hat Krach geschlagen.”

Doch die Opposition baut sich auf: der Handwerker Hans-Jürgen Schulz, der evangelische Pastor Ulli von Saß, der Katholik Burkhard Räuber und der renitente Genosse Gerhard Stoll – alle haben ihre Gründe, die Verhältnisse in der DDR zu kritisieren. Im Herbst ’89 schließen sie sich zusammen. Das Bündnis aus Bürgern ganz unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten wird den Funktionären von Partei und Staatssicherheit zum Verhängnis.

Mit Kerzen im Fenster setzen die Widerständler Zeichen. Im Oktober 1989 findet ein Friedensgebet in der Johanniskirche statt. Die Kirche ist voll bis auf den letzten Platz. Immer mehr Menschen sammeln sich. Schließlich kommt es zu einem Schweigemarsch durch die Innenstadt von Neubrandenburg.

Zum vollständigen Beitrag (7 Seiten)

Jul 02

“Wir waren so frei”
Das Internet-Achiv zeigt private Filme und Fotos der Umbruchzeit 1989/1990 in Deutschland. Gesammelt werden persönliche Eindrücke und Stimmungen. Damit eröffnet sich ein anderer Blick auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.
Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen und Bundeszentrale für politische Bildung

Die Chronik der “Wende”
Im 5. und im 10. Jahr nach der Wende brachte der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg eine der größten Dokumentationen der Fernsehgeschichte ins Programm. 2004/05 wiederholte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) die 1995 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Serie.
Für jeden der 163 Wendetage finden Sie ausgewählte Bilder, Original-Töne und Textdokumente, einen Überblick über die Presse mit Karikatur des Tages. Im “Kulturspiegel” zeigt sich, was von Oktober 1989 bis März 1990 in Ost und West in und out war oder welche Trends die Demoskopen festgestellt hatten.