Nov 02

Bildschirmfoto 2009-11-02 um 18.22.56

Jul 22

Legende zum Flugblatt DEMONSTRATION am 04.12.1989:Plakat zur Demo

Eigenhändig geschrieben mit der “Ato – Feder” nach Feierabend im Wohnungsbaukombinat Neubrandenburg.
Vervielfältigt am volkseigenen Kopierer im WBK, irgendwann hatte Irgendwer das Netzkabel (im Auftrag?) weggeschlossen.
Angezweckt mit Reißzwecken an Bäumen und Masten vorwiegend in der Innenstadt, meist am späten Abend.
Durch irgend welche unbekannte Personen teilweise wieder abgerissen
Bei erneuter Fahrradrunde Flugblätter wieder angebracht.
Nächsten Morgen wie immer von 6.45 – 16.15 Uhr im VEB für den Sozialismus gearbeitet und rechtzeitig um 17.00 Uhr (immer schön nach Feierabend) zur Demo => es war auch eine Revolution nach Feierabend!
Dank an alle Kollegen (Herrmann, Ralf, Peter, Detlef und wie ihr alle heißt), die in jener Zeit wussten, was ich tat und in meiner Abwesenheit für mich mit arbeiteten.

Jun 15

Hans Jürgen Schulz fotografierte am 3.12.1989 die Menschenkette auf Höhe der Bezirksdienststelle der Staatssicherheit.

3.12.89-Menschenkette

3.12.89-Menschenkette

Jun 15

6. und 7.10.1989

Erste Aktion des Friedenskreises, als “Licht der Hoffnung” brennende Kerzen in die Fenster gestellt.

11.10.1989

Erstes Friedensgebet in der Johanniskirche mit 350 Teinehmern.

17.10.1989

Gesprächsabend zur Eisenacher Synode mit ersten Informationen zum NEUEN FORUM.

18.10.1989

Zweites Friedensgebet und  Schweigemarsch zur katholischen Kirche mit 5.000 Teilnehmern. (Honecker bittet um Entbindung von seinen Funktionen)

24.10.1989

Gründungsversammlung des NEUEN FORUM in den Gemeinderäumen der Johannisgemeinde in der Großen Wollweberstraße.

25.10.1989

Drittes Friedensgebet und anschließende Demonstration von 30 -40.000 Teilnehmern um den Ring zum Karl-Marx-Platz. Am offenen Mikrofon droht der SED Bezirkschef Chemnitzer “… wir können auch anders”.

26.10.1989

Gespräch des 1. Sekretärs der SED Bezirksleitung Chemnitzer mit Vertretern opositioneller Gruppen.

31.10.1989

Gesprächsabend des NEUEN FORUM mit dem stellvertretenden Oberbürgermeister Schiemann in der Johanniskirche.

1.11.1989

Viertes Friedensgebet und anschließendem Demonstrationszug durch die Innenstadt mit ca. 30.000 Teilnehmern. Oberbürgermeister Hahn gibt unter Buhrufen, den Kauf einer Satellitenempfangsanlage für das Neubrandenburger Kabelfernsehnetz bekannt.

2.11.1989

Es findet ein unabhängiges Handwerkerforum statt.

8.11.1989

Fünftes Friedensgebet und anschließende Demonstration zum Karl-Marx-Platz mit über 20.000 Teilnehmern.

9.11.1989

Tag der Maueröffnung

13.11.1989

Sechstes Friedensgebet ohne Demonstration und mit wenigen Teilnehmern (Nachwirkung der Maueröffnung)

16.11.1989

Gespräch mit oppositionellen Gruppen beim “Rat der Stadt”

20.11.1989

Siebentes Friedensgebet und Dialogabend des NEUEN FORUM in vollbesetzter Stadthalle.

22.11.1989

Konstituierung der “Runden Tische”.

27.11.1989

Achtes Friedensgebet und anschließender Demonstration von 700 Teilnehmern zum Stargarder Tor. (28.11.1989 Helmut Kohl gibt sein 10 Punkte Programm bekannt)

1.12.1989

Gesprächsrunde bei der “Freien Erde” (heute Nordkurier) mit dem Ergebnis, dass die Forderung nach einer eigenen Seite für die Bürgerbewegung abgelehnt wird. (1.12.1989 Der Führungsanspruch der SED wird aus der Verfassung der DDR gestrichen)

3.12.1989

Bei der Aktion ”Sühnezeichen” des NEUEN FORUM wird eine Menschenkette quer durch die DDR gebildet.

4.12.1989

Neuntes Friedensgebet und anschließende Demonstration von rund 15.000 Teilnehmern zur “Freien Erde” (heute XXL Markt in der Woldegker Straße) mit der Forderung nach Pressefreiheit.

5.12.1989

Besetzung der Dienststellen der Staatssicherheit auf dem Lindenberg und in der Rosenstraße.

Jun 08

Demonstration 1989

Demonstration 1989


Zwanzig Jahre ist es her, als auch in Neubrandenburg Bürger begannen, sich zu organisieren um ihren Unmut über die Realität des DDR-Sozialismus zu bekunden. Oftmals passierte dies in kleinen Gruppen im Freundes- oder Kollegenkreis, in Familien und kirchlichen Gruppen. Die marode Wirtschaftslage war überall zu spüren. Immer mehr Waren und Dienstleistungen waren nur noch, “mit Beziehungen” zu bekommen. Menschen, die angesichts eines immer tristeren Alltags und ständig anwachsender politischer Gängelei die DDR- verlassen wollten, wurde das Leben zur Hölle gemacht. Nicht einmal vor massiven Wahlbetrug im Mai 1989 schreckten die sogenannten Staatsorgane zurück. Spätestens nach den Kommunalwahlen 1989 wurde es sehr vielen Menschen immer klarer, mit einer Öffnung und Demokratisierung der DDR war nicht zu rechnen. Selbst in der Sowjetunion ging es freimütiger zu. Wohl die wenigsten verstanden Repressionen, wie das Verbot der beliebten sowjetischen Zeitschrift Sputnik oder die Beschränkung der sowieso engen Reisemöglichkeiten in die sozialistischen Nachbarländer.
So hat wohl jeder seine Geschichte aus dem Jahr 1989 zu erzählen. Dieses BLOG will hierzu Anregung geben und einladen, sich Gedanken zu machen über, das was damals war und wie es heute geworden ist und was wir unseren nachfolgenden Generationen als Augenzeugen hinterlassen wollen.